Marilyn Monroe (Veronika Schäfer) schaut in einen beleuchteten Schminkspiegel, Getränke auf dem Tisch, dunkler Hintergrund. ©Joseph Ruben Heicks

© Joseph Ruben Heicks

Marilyn Forever

Staatstheater Braunschweig
Premiere am 7. März 2026

Oper von Gavin Bryars
Libretto von Marilyn Bowering

Musikalische Leitung: Christine Strubel
Regie: Marie Gedicke
Bühne und Kostüme: Melanie Slabon
Licht: Lennart Illmann
Dramaturgie: Sarah Grahneis

Marilyn: Veronika Schäfer
Rehearsal Director / various men: Zachariah N. Kariithi
Chorus (The Tritones): Jean Philipp Chey, Maximilian Vogler, Lukas Eder, Leon-Maurice Teichert
Orchester: Staatsorchester Braunschweig

Marilyn Monroe (Veronika Schäfer) in einem weißen Kleid, die auf den Knien auf einer schwarzen Bühne sitzt, und einem Mann (Zaccharia Kariithi) in einem dunklen Anzug, der sie berührt. ©Thomas M. Jauk

© Thomas M. Jauk

Marilyn Monroe (Veronika Schäfer), die auf Knien sitzt und ihren Kopf in den Händen hat, umgeben von fünf Männern (The Tritones) in schwarzen Anzügen auf einer runden Bühne. ©Joseph Ruben Heicks

© Joseph Ruben Heicks

Marilyn Monroe (Veronika Schäfer) im roten Kleid und langen roten Handschuhen mit Mikrofon vor dunklem Hintergrund. ©Thomas M. Jauk

© Thomas M. Jauk

Kritiken

Die Opernwelt

“Die Botschaft ist eindeutig: «Beautiful[…]», singen sechs elegant gekleidete Herren mit Fliege und Hosenträger. Wie die Geier umkreisen sie eine Frau, die an einem grell beleuchteten Schmink-tisch sitzt und weint. […] Die Bewunderung des smarten Herren-Sextetts schlägt schnell in Übergriffigkeit um: Sabbernd beschnüffeln und betasten sie die Ärmste, wühlen sich durch die vielen Schichten ihres Kleids, während sich das Opfer der Begierde ängstlich auf dem Boden krümmt: Everybody wants a piece of Marilyn.”

“Die sorgfältig ausgewählten Kostüme […] zeigen, wie aus einer Frau aus Fleisch und Blut ein glattes, ewig lächelndes Bild gemacht wird: Marilyn der Filmstar, […] das blondierte Dummchen, […] das Sex-Symbol - ein feuchter amerikanischer Traum. Das Bühnenbild greift diesen Voyeurismus auf: Ein drehendes Podest und goldene Metallstangen erinnern an den sprichwörtlichen goldenen Käfig, über die Rückwand flimmern Schwarzweiß-Nahaufnahmen einer der meist-photographierten Frauen der Welt.”

Anna Schors

Der Opernfreund

“Regisseurin Marie Gedicke, lockerte in ihrem Regiedebüt eine gewisse Eintönigkeit durch geschickte Personenführung auf, indem sie Marilyn in unterschiedlicher Kleidung auftreten und auch die übrigen Darsteller wie den Bariton und die vier Männer des kleinen Chores variantenreich agieren ließ.”

“Besonders krass wirkte dann die Darstellung der dauernden Männerblicke, als die Männer des Chores die am Boden liegende Marilyn nicht nur ansahen, sondern sie reichlich begrabschten.”

Gerhard Eckels

Neue musikzeitung

“Das Leben und die Erfahrungen Marilyn
Monroes - gerade auch vor dem Hintergrund ihres Suizids - zu beleuchten, macht Sinn, ist wichtig, ist eine gute Idee! Die Inszenierung in Braunschweig hat über weite Strecken etwas von räumlicher Enge - das mag an der kleinen Bühne im Kleinen Haus liegen, es mag auch von der Dramaturgin Sarah Grahneis und der Regisseurin gewollt sein, um die Enge in Monroes Leben zu visualisieren.”

Ralf-Thomas Lindner

Deutschlandfunk

“Und immer wieder geht es um die skrupellosen Männer, für die die Schauspielerin nur ein erotisches Objekt war, mit dem sich Geld verdienen ließ.

Regisseurin Marie Gedicke deutet auch an, dass sich manche Herren an der Künstlerin wohl vergangen haben.”

Elisabeth Richter

Braunschweiger Allgemeine Zeitung

“Marie Gedickes Inszenierung im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig scheint konkreter am Set zu starten: Männer rufen Miss Monroe auf die Bühne, der Regisseur tritt aus den ersten Zuschauerreihen auf wie bei einer Probe. Der verlängerte Arm des Patriarchats, der sie formt, damit sie wirkt, wie Männer Frauen mögen. Ein Arm mit einer Hand, die auch mal zuschlägt.”

Andreas Berger